Brauche ich eine Sportuhr zum Joggen?

Für viele Menschen gehört die Sportuhr zur Grundausstattung beim Laufen. Einfach auf den Knopf drücken und los laufen - so einfach kann das Training sein. Doch die Uhr am Handgelenk bedeutet nicht, dass man automatisch schneller laufen muss. Stattdessen kann die Uhr gerade Anfängern helfen, bewusst langsam zu laufen beziehungsweise einen festgelegten Kilometerschnitt nicht zu überschreiten. Nachfolgend erklären wir Ihnen, wann der Einsatz einer Sportuhr wichtig ist und wie Sie lernen, die Uhr richtig zu nutzen.

Die Geschichte der Sportuhr

Armbanduhren gibt es bereits seit vielen Jahren. Die integrierte Stoppfunktion erhielten sie allerdings erst in den 1980er Jahren, als sich die Digitaluhr verbreitete. Bereits die ersten Modelle der Sportuhren waren aus technischer Sicht Meisterwerke und stehen den heutigen Geräten in Nichts nach. Ihr Schwachpunkt war nämlich nicht die Technik an sich, sondern das Plastikarmband, welches im Laufe der Zeit einriss. An der Bedienung hat sich bis heute kaum etwas geändert.

1983 stellte Polar Electro ein Herzfrequenzmessgerät. Kurze Zeit später, in den 1990er Jahren, feierten Pulsuhren ihr Debüt in der Ausdauersportszene. Die Messung von Höhenmeter, Distanz und Geschwindigkeit mithilfe von GPS und Laufsensoren war eine große technische Neuerung, die sich im breiten Publikum durchgesetzt hat und auf die heute kaum jemand verzichten möchte.

Trotz dieser zahlreichen Funktionen spricht man heute weiterhin von einer Sportuhr, auch wenn es sich bei dem Gerät eher um einen Trainingscomputer handelt. Die Uhr kann bei einem Trainingslauf unvorstellbar viele Daten ermitteln. Das Verarbeiten der Daten dauert fast genauso lange wie der Lauf selbst: Denn Läufer müssen sie zunächst analysieren, in Tagebücher eintragen und eventuell im Internet bereitstellen. Kein Wunder, dass viele Menschen früher oder später auf die Sportuhr verzichten, dazu aber später mehr.

Riesige Auswahl an Sportuhren

Heute stehen Sportlern viele Möglichkeiten zur Verfügung, Zeit zu stoppen. Allein die Uhrenauswahl mit integrierter Stoppfunktion ist riesig. Es gibt modische Varianten für den normalen Läufer sowie hochfunktionelle Outdoor-Uhren, welche zusätzliche Funktionen wie Höhenmesser und Kompass besitzen. Letztere sind kostspieligere Varianten und eignen sich für Sportler, die in ihrer Freizeit gerne Outdoor-Aktivitäten nachgehen. Für Damen gibt es meist Sportuhren in kleineren Abmessungen und speziellen Farbkombinationen. So ist die Uhr nicht nur funktionell, sondern sieht auch gut aus.

Die richtige Sportuhr finden

Für jeden Sportler und jeden Zweck gibt es die passende Sportuhr. Diese lässt sich finden, indem Sie die folgenden drei Fragen beantworten:

  1. Was ist der Einsatzzweck?
  2. Welche Funktionen sind Ihnen wichtig?
  3. Vermissen Sie bei der aktuellen Uhr Funktionen?

Das absolute Muss für jede Sportuhr ist natürlich die Stoppfunktion. Diese Funktion wird durch eine möglichst einfache Bedienung komplementiert, schließlich möchte niemand kostbare Zeit beim Training verschwenden. In puncto Ausstattung sollte die Sportuhr genau die Features besitzen, die man sich selbst wünscht und aktiv nutzt. Weiterer Schnickschnack könnte die Bedienung erschweren und wird somit nicht benötigt.

Ein weiterer Aspekt beim Kauf einer Sportuhr ist die Ergonomie: Die Drücker der Uhr sollten sich leicht bedienen können. Auch das Display sollte jederzeit, bei schlechten Lichtverhältnissen sowie starker Sonneneinstrahlung, gut ablesbar sein. Natürlich muss die Uhr auch perfekt am Handgelenk sitzen, an welcher Hand sie die Uhr tragen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Wann es sinnvoll ist, auf die Sportuhr zu verzichten

Obwohl die Sportuhr viele Vorteile hat, gibt es Situationen, in denen es besser ist, auf sie zu verzichten. Grundsätzlich sollte kein Anfänger auf eine Sportuhr verzichten: Sie ist der optimale Trainingsbegleiter, mit dessen Hilfe Novizen das Gefühl für körperliche Belastung und die passende Trainingsintensität erlernen können. Fast jeder Anfänger läuft nämlich falsch:

  • ehrgeizige Männer laufen meist zu schnell
  • quasselfreudige Frauen laufen zu langsam
  • Hobbyläufer laufen zu einseitig

Mit zunehmender Erfahrung lernen Jogger ihren Körper besser lernen und können auf ihre Sportuhr verzichten. Gerade in Situationen, in denen man wenig Lust auf sein geplantes Training hat, kann die Uhr zu Hause bleiben. Dann läuft der Jogger nach Gefühl, er lässt sich treiben und entdeckt seine Umgebung neu. Erst wenn man wieder zu Hause ankommt, stellt man fest, wie lange man unterwegs war. Ob der Lauf 60, 90 oder 120 Minuten gedauert hat, spielt keine Rolle. Das gelegentliche Laufen ohne den penibel genauen Zeitmesser und den damit verbundenen Druck kann den Trainingsalltag auffrischen und beflügeln.

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