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Wie funktionieren Solaruhren und wie zuverlässig sind diese?

Der Markt ist überfüllt von billigen Quarzuhren unterschiedlicher Hersteller. Ein großer Teil dieser Uhren sind Imitate beliebter Modelle. Ob günstig oder teuer - all diese Uhren haben eines gemeinsam: Sie laufen mithilfe von Batterien, die, wenn sie ihren Dienst verrichtet haben, entsorgt werden. Um diese „Wegwerfmentalität“ zu stoppen, wurden Solaruhren entwickelt. Sie sollen das Umweltbewusstsein der Menschen ändern.

Solaruhren sind seit geraumer Zeit im Handel erhältlich. Den großen Durchbruch konnten diese „Öko-Uhren“ bis heute leider nicht erleben. Aktuell werden Sie nur von einer Handvoll Uhrenherstellern gefertigt, das größte Angebot bietet die Schweizer Traditionsmarke Tissot. Doch diese exklusiven Uhren am Handgelenk ihrer Träger sind ein Zeichen für die persönliche Einstellung zum Umweltschutz - und diese ist heute wichtiger denn je. Der Kauf einer Solaruhr wird mit Sicherheit nicht das Klima verändern, zeigt aber, dass dem Träger das Problem bewusst ist.

Wie Solaruhren funktionieren

Die Solarzelle nimmt die Form der Uhr an und ist meist kreisrund. Sie stellt nicht nur das Ziffernblatt dar, sondern nimmt auch das Sonnenlicht auf und wandelt es in elektrischen Strom um, welcher den integrierten Akku versorgt. Im Handel werden auch Solaruhren verkauft, deren Solarzellen den Akku lediglich unterstützen und nicht vollständig mit Strom versorgen.

„Echte“ Solaruhren nutzen dagegen Akku-Knopfzellen: Hier wird überschüssige Energie in Solarzellen gespeichert, teilweise auch in Kondensatoren. Die ersten Produkte konnten nach einer vollen Ladung gerade Mal 48 Stunden überbrücken. Im Laufe der Jahre hat sich die Speichertechnik entwickelt, sodass der Stromverbrauch gesenkt und die Speicherfähigkeit erhöht wurde. Moderne Solaruhren können selbst Monate im Dunkeln verbringen. Empfehlenswert ist dies allerdings nicht: Hersteller deuten immer wieder darauf hin, ihre Solaruhren nicht lange Zeit im Dunkeln aufzubewahren. Selbst simples Tageslicht kann die Solarzellen aufladen, wodurch der Energiespeicher fit bleibt und die Lebensdauer erhöht wird.

Auch Solaruhren leben nicht ewig

Hersteller prahlen gerne damit, dass Solaruhren unendlich lange halten. Das „unendlich“ ist natürlich nur theoretisch, denn jeder Akku verliert sukzessiv an Kapazität, sodass er in einigen Jahren unbrauchbar sein wird. Da allerdings ein Uhrenwerk den Akku nur sehr mäßig beansprucht, dürfte sein Verschleiß relativ gering sein.

Wie lange die Uhr letztendlich hält, hängt vom Hersteller und der darin verbauten Technik ab. Ein bekannter japanischer Hersteller verwendet für seine solarbetriebenen Quarz-Armbanduhren spezielle Lithium-Ionen-Akkus, welche mithilfe einer Solarzelle kontinuierlich aufgeladen werden. Die Solarzelle selbst ist bedruckt und stellt das Ziffernblatt dar. Eine vollständig aufgeladene Uhr des Herstellers läuft zwischen 150 und 240 Tage, ohne dass sie durch Licht geladen werden muss. Dieser Betrieb wird als „Dunkelgangreserve“ bezeichnet. Einige Solaruhren haben einen Dunkelgangreservebetrieb von bis zu 8,7 Jahren. Dieser wird ermöglicht, indem die Zeiger angehalten werden, wenn sich die Uhr mehr als 24 Stunden im Dunkeln befindet. Dabei geht die Zeitmessung natürlich nicht verloren, sondern läuft intern weiter. Angaben des Herstellers zufolge liegt die Kapazität des Akkus nach 20 Jahren bei rund 80 Prozent.

Artikelbild: © Brian A Jackson / Shutterstock