Wie entfernt man Feuchtigkeit aus einer Armbanduhr?

Ein von innen beschlagenes Uhrenglas ist immer ein Zeichen dafür, dass Feuchtigkeit in die Uhr gelangt ist. Auch wenn die Armbanduhr eigentlich wasserdicht ist, kann es vorkommen, dass die Dichtungen am Uhrengehäuse porös werden und Feuchtigkeit in das Innere gelangt. In der Regel merkt man das erst, wenn es schon zu spät ist. Daher empfiehlt es sich, bei jedem Batteriewechsel auch die Gehäusedichtungen auszutauschen. Sollte dennoch einmal Feuchtigkeit in die Armbanduhr eindringen und das Uhrenglas von innen beschlagen, ist das noch lange kein Grund diese gegen ein anderes Modell auszutauschen. Denn auch in diesem Fall gibt es meistens noch eine Rettung für das gute Stück.

Schnelle Hilfe bei beschlagenem Uhrenglas

Auch wenn man die Uhr beim Schwimmen oder Duschen abnimmt, kann es vorkommen, dass beim Händewaschen Wasser in das Gehäuse gelangt. Wenn es sich nur um eine geringe Menge Wasser handelt, nimmt die Uhr davon in der Regel keinen Schaden. Anders sieht es aus, wenn die Uhr direkt ins Wasser fällt und sehr viel Wasser in das Gehäuse gelangt. Gerade bei digitalen Uhren kann dies zu einem Totalschaden führen.

Wenn das Wasser in der Uhr trocknet, kondensiert die Feuchtigkeit und setzt sich im Inneren des Uhrenglases am. Dies sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auf Dauer auch die Uhr beschädigen. Viele Besitzer legen die Uhr dann in die Sonne oder möchten diese mit einem Föhn trocknen. Leider führt dies nicht zum gewünschten Effekt. Denn auch wenn das Wasser in die Uhr gelangt ist – so einfach bekommt man es hier nicht mehr heraus. In diesem Fall hilft es nur die Uhr zu öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Armbanduhr öffnen und trocknen

Bevor man sich an das Öffnen der Armbanduhr macht, sollte man sich zunächst das passende Werkzeug zurechtlegen. Je nach Modell verfügen die Uhren entweder über einen Druckboden oder einen Schraubboden. Um Kratzer und Beschädigungen am Gehäuse zu vermeiden, sollte man nicht versuchen, die Uhr mit einem spitzen Gegenstand zu öffnen, sondern gleich zum passenden Werkzeug greifen. Für Uhren mit Druckboden benötigt man ein Gehäuseöffnermesser, Modelle mit Schraubboden werden mit einem speziellen Schraubbodenöffner geöffnet. Beide Werkzeuge sind im Fachhandel erhältlich. Sollte man sich nicht an die Öffnung des Gehäuses herantrauen, empfiehlt sich die Reparatur in die Hände eines Fachmanns zu geben.

Zum Öffnen des Gehäuses sollte die Uhr auf eine weiche Unterlage gelegt werden. So verhindert man unschöne Kratzer auf dem Uhrenglas. Zudem sollte man darauf achten, dass die Uhr flach aufliegt und man diese fest in der Hand hat. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man abrutscht und entweder die Uhr zerkratzt oder sich selbst verletzt. Vor allem bei Uhren mit Druckboden muss häufig etwas mehr Kraft aufgewendet werden. Lässt sich die Uhr jedoch nicht öffnen, darf man diese auf keinen Fall gewaltsam öffnen und sollte stattdessen einen Juwelier oder Uhrmacher aufsuchen.

Wenn der Gehäuseboden geöffnet ist, nimmt man diesen ab und legt das Uhrwerk frei. Hierbei sollte man darauf achten, dass keine Kleinteile herausfallen, die später wieder benötigt werden. Nach dem Öffnen geht es ans Trocknen der Uhr. Hier hat man zwei Möglichkeiten. Für eine schonende und langsame Trocknung legt man die Armbanduhr entweder direkt in die Sonne oder auf die leicht warme Heizung. Hierbei sollte das Uhrwerk nach oben gerichtet sein, damit die Feuchtigkeit optimal entweichen kann. Zwar dauert diese Art der Trocknung etwas länger, doch ist sie schonenderen für die verschiedenen Bauteile der Uhr. Wer eine schnelle Trocknung wünscht, der kann auch den Föhn zur Hand nehmen. Damit die Feuchtigkeit schnell entweicht, sollte der Haartrockner für wenige Minuten mit mittlerer Hitze auf das Glas gehalten werden. Ingesamt sollte dieser Vorgang vier bis fünf Mal durchgeführt werden, bis die gesamte Feuchtigkeit entwichen ist.

Nach dem Trocknen muss der Gehäuseboden wieder korrekt verschlossen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich auch, den Dichtungsring auszuwechseln.

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